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Heiße Kiste!

"Kann ich mein Messer am Bandschleifer schärfen?"

"Ich möchte die ganze Klingengeometrie an meinem Messer ändern, geht das mit dem Bandschleifer?"

Ja, klar geht das, ziemlich schnell sogar.

Allerdings sollte man dabei berücksichtigen, dass es sehr ernst zu nehmende Leute gibt, die davor warnen. Zum Teil sind es Schmiede, Praktiker also, die die Sprache "Stahl" fließend sprechen. Die das Material kennen, die wissen, wie man eine vernünftige Wärmebehandlung macht.

Und die wissen, dass man diese ruckzuck ruinieren kann, wenn bestimmte Temperaturen  erreicht oder überschritten werden. Mit dem Bandschleifer ist es überhaupt kein Problem, diese kritischen Temperaturen blitzschnell zu erreichen.

"Ja, aber ich kühle doch, immer nur ein, zwei Züge und dann ins Wasser!"

Ja, und? Schließt das wirklich zuverlässig aus, dass keine Hitze in die Schneide kommt? Kann ich sicher sein, dass bisher gute Eigenschaften auch danach  noch bestehen? Einmal zulange gehalten, schon ist ein Bereich verdorben.

Ich kann es mir wünschen, vorstellen, herbeidenken, aber Sicherheit habe ich keine!

Macht es Sinn, so ein Risiko einzugehen?
Das muss jeder mit sich selbst ausmachen.

Wer es macht, hat m. E. nach kein gutes Messer verdient. Man weiß ja nicht, was ihm noch so einfallen könnte. Ein Messerfreund, der die Arbeit, die hineingesteckt wurde, schätzt, ist er sicher nicht. Eher ein Ignorant, dem dann recht geschieht, wenn nach jedem dritten Schnitt abgezogen werden muss.

Ich frage mich ernsthaft, woher die Protagonisten die Verve nehmen, immer wieder Erkenntnisse, die für jeden nachvollziehbar sind, weil sie logisch sind, einfach auszublenden, und diese Methode weiterzuempfehlen.

Ich würde es nie, niemals so machen. Dazu ist mir das Schärfen am Bankstein  allemal schnell genug. Und ich bin immer auf der richtigen, weil kühlen Seite.

Eine komplette Geometrie ändern zu wollen, ist für mich per se Unfug.
Selbst der vielgeschmähten Industrie traue ich zu, eine Geometrie auf die Beine zu stellen, die zum verwendeten Stahl passt.

Was nützt mir dann eine Veränderung in Richtung feiner, wenn es der Stahl vielleicht aufgrund des hohen Karbidanteils nicht mitmacht und die feinere Geometrie dann eher Nachteile bringt? Habe ich dann evtl. schlicht das falsche Messer gekauft, oder gemacht?

Dann doch eher ein Messer, bei dem alles aufeinander abgestimmt ist, alles passt, oder?