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Plaste und Elaste?

Eingangs habe ich schon gesagt, dass mir Plastik nichts sagt.
Damit fällt für mich beinahe die gesamte Sparte "Tactical" durchs Raster.
Insbesondere auch die sich allseits großer Beliebtheit erfreuenden Kydexscheiden.

Gegenüber Leder hat es den Vorteil, dass es in immer gleichbleibender "Qualität", quasi konfektioniert, verfügbar ist und sich mittels automatisierter Produktionsvorgänge in beinahe jede Form pressen lässt. Auch zu Scheiden.
Und das zu einem Stückkostenpreis, der lächerlich gering sein dürfte.
Das freut besonders Großabnehmer, z. B. das Militär.

Leder ist da etwas kapriziöser. Die Kuh lässt sich nicht komplett verwerten, es gibt geeignete und weniger geeignete Stücke Leder. Selbst die geeigneten variieren in Eigenschaften und Dicke. Unterschiedliche Gerbverfahren führen zu gewaltigen Unterschieden in den Eigenschaften. Es ist eben kein konfektionierter Werkstoff und deshalb automatisch teurer, als Plastik. Auch bei der Verarbeitung.
Das freut die Großabnehmer nicht.

Mit Aufkommen der Begeisterung für militärisch angehauchte Messer hat Kydex sich dann verbreiten können und hat eine Anhängerschaft gefunden.
Viele schwören darauf, von wegen "Unkaputtbarkeit" und der größeren Variabilität der Tragemöglichkeiten.

Ich kann dem nicht folgen. Plastik ist, soweit ich es beurteilen kann, immer als billiger Ersatz für andere Materialien zum Einsatz gekommen. Ob in der Unterhaltungsindustrie, Autoindustrie, etc.. In der Regel erreicht es nicht die Lebensdauer der "Originalmaterialien", von absoluten "High-Tech-Materialien" mal abgesehen.

Pistolenhalfter, Revolverholster, Scheiden, in den verschiedensten Ausführungen, etc., sind alle vorher aus Leder hergestellt worden. Sie sind teilweise seit Jahrzehnten im Einsatz und versehen klaglos ihren Dienst, zu Lande, zu Wasser und in der Luft.
Natürlich ist auch bei ihnen irgendwann alle Herrlichkeit vorbei und sie müssen ersetzt werden.

Ich selbst habe mir 1978 ein Puma White Hunter zugelegt, weil ich damit einen viereinhalbwöchigen Urlaub in Schweden verbringen wollte. Habe ich auch gemacht und nicht nur das.

Später ist das Messer von meinen Söhnen benutzt worden. Inzwischen ist es sehr mitgenommen und musste überarbeitet werden. Die Scheide aber ist noch absolut OK. Verkratzt und schmuddelig zwar, aber immer noch zuverlässig einsetzbar. Und selbst wenn sich eine Naht lösen sollte, kann ich es mit relativ geringem Aufwand reparieren. Nächstes Jahr wird es 30!

Wer einen Blick über den Tellerrand wirft, und sich mal anschaut, wie stark Leder in anderen Sparten oder gar Sportarten beansprucht wird, bekommt vielleicht einen andern Blickwinkel.

Ich reite zwar nicht, aber wenn ich mir vorstelle, wie Sattel und Zaumzeug beansprucht werden, dann kommen mir die Anforderungen an eine Messerscheide lächerlich vor. Sie muss nichts anderes können, als einen Gegenstand von 100 bis vielleicht 800 Gramm aufnehmen und durch die Gegend tragen, das war's.

Was ist das für eine Belastung gegenüber einem Tagesritt, bei dem einige tausend Mal das Gewicht des Reiters auf dem Sattel aufsitzt, am Sattel Reibung auftritt, der Sattelgurt belastet wird, etc.? Unterschiedlich stark, je nach Gangart! Und wie lange hält so ein Sattel? 

Wenn man den Western glauben darf, hat es Viehtriebe gegeben, die über viele hundert Kilometer gegangen sind, alles auf Sätteln aus Leder.
Die Kreuzritter waren im Nahen Osten beschäftigt und hatten eine Anreise von mehreren tausend Kilometern, die Heimreise war ebenso lang. Vorher hatten die Mongolen Europa heimgesucht und sind heimgekehrt. Später haben die Spanier Amerika erobert.

Nicht dass ich das alles gutheiße, aber es ist ohne Kydex geschehen, wie das?

In unserer Gegend gibt es viele Reiter. Einen Plastiksattel habe ich noch nie gesehen.

Ich kenne keinen Gebrauchsgegenstand aus Plastik, der nicht nach einigen Jahren täglicher Benutzung irgendwo gerissen oder zerbröselt wäre, oder Löcher hätte.
Reparatur zwecklos.

Folgt man diesen Gedanken und hält sich vor Augen, dass Leder darüber hinaus auch wesentlich mehr Gestaltung ermöglicht, kommt man leicht mit mir zu dem Schluss, dass es bei einem handgefertigten Messer zu einer Lederscheide keine adäquate Alternative gibt.

Plaste und Elaste? ..........Nöh, Leder!!!!