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Schlammschlacht!

Es ist der Schlamm, der schleift!



Manche fühlen sich nur im Schlamm wohl, im Schleifschlamm.
Auf den Stein würden sie gerne verzichten?
Diamantschärfwerkzeuge, die für mich Draussen unschlagbar sind, gehen dann gar nicht, weil kein Schlamm entsteht?
Weil es ein anderes Prinzip ist?
Schleifleinen, Schmirgelpapier und Feile sind historische Irrtümer?
Generationen von Metallwerkern haben falsch gelernt?.

Schlamm, isses das wirklich? .............Immer?

Immer wieder wird kolportiert, dass der sich auf dem Stein bildende Schleifschlamm hilft, stärker abzutragen und somit schneller zu schärfen. Zumindest wird das beim Belgischen Brocken so gesehen.

In derselben Veranstaltung, in der das "3:7-Verhältnis" propagiert wurde, kam auch diese Äußerung vor:

"Es ist der Schlamm, der schleift!"

Dort wurden aber japanische Wassersteine benutzt.

Stimmt das auch für diese?

Es deckt sich nicht mit meiner persönlichen Erfahrung. Natürlich bildet sich auch auf meinem King Kombi 1000/6000 Schleifschlamm, viel mehr sogar, als auf dem Belgischen Brocken, weil das Bindemittel weicher ist.

Aber wenn ich mit Schlamm schleife wird das Schleifgeräusch sehr leise und abgetragen wird nicht mehr so stark. Ich muss den Stein auch von Zeit zu Zeit nachwässern, wobei der Schleifschlamm zum größten Teil heruntergespült wird. Und siehe da, dann "packt" der Stein wieder besser, das Geräusch wird "kratziger", die Abtragsleistung ist höher.

Unter der Lupe betrachtet, ergibt sich:

  • Mit Schlamm ist der Schliff gleichmäßiger. Wie bei einer feineren Körnung.
  • Ohne Schlamm ist der Schliff grober, die Riefen sind scharfkantig.

Meiner Beobachtung nach, passiert beim Japaner folgendes:

Das verbrauchte Schleifkorn löst sich irgendwann aus dem Bindemittel, frisches Korn wird frei. Durch die Schleifbewegung wird das lose, aufgeschwemmte Korn auf dem Stein verteilt, wie beim Spachteln und füllt die Räume zwischen dem frischen Korn. Der Stein setzt sich zu. Das Geräusch nimmt ab, die Abtragsleistung auch, das Schliffbild wird feiner. Mittels diese Vorgehensweise wird auch bei der Tormek der 220-er Stein mit einem Dressierstein die Körnung auf ca. 1000 gebracht.

Gebe ich frisches Wasser auf den Stein, wird das lose Korn weggespült, das frische Korn kann die gewonnene "Freiheit" in Bissigkeit umsetzen, die Abtragsleistung wird höher.

Was fange ich jetzt mit meiner Beobachtung und den eigenen Erfahrungen an?
Alles ignorieren und mich einem ausgewiesenen "Schleif-Guru" anschließen?

Das kann ich nicht! Selbst wenn es nicht der gängigen Lehrmeinung entspricht.
Muss ich halt mit leben. Gemachte Erfahrungen und Beobachtungen kann man nicht so einfach "über Bord werfen". Sie sitzen in meinem Kopf und sind ein Teil von mir.

Warum das beim Belgischen Brocken anders sein soll, verschließt sich mir.
Vielleicht ist ja auch etwas anders gemeint, als ausgedrückt. Der Belgische Brocken ist sehr feinkörnig. Die Körnung liegt lt. Herstellerangabe bei 6000 bis 8000.

In dem Bereich kommt es auf Abtrag eigentlich nicht mehr so sehr an. Mit ihm möchte ich feinschleifen, polieren, da hilft der Schlamm schon, nicht schneller, aber besser.

Neue Erkenntnisse haben sich durch die Verwendung eines Shapton M24, 1500-er Körnung, ergeben. Es ist ein Keramikstein. Es bildet sich Schleifschlammm, der beinahe nur aus Stahlabrieb besteht und den Schärfvorgang sogar behindert, wenn er nicht immer wieder entfernt wird. Dieser Stein ist das Schnellste und Beste, was ich bisher zum Schärfen verwendet habe.